Schon als Auszubildende spürte Aleyha Sarac: Auf der Palliativstation findet ihre Pflege Anklang. Die 23-Jährige hat ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft im EvK Herne begonnen und abgeschlossen. Die Arbeit auf der Palliativstation überzeugte sie vom ersten Tag an. Seit zweieinhalb Jahren gehört sie nun zum Team. Hier kann sie patientenorientiert arbeiten und auf jeden Menschen individuell eingehen.
Jeden Tag kümmert sich Aleyha Sarac um unheilbar kranke Patientinnen und Patienten mit starken Beschwerden. Sie lindert Symptome und sorgt dafür, dass die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich wird. „Wir können die Patienten nicht heilen. Aber wir können ihr Wohlbefinden steigern und mit unserem multiprofessionellen Team so manche schwierige Situation entschärfen”, sagt sie.
Viel Zeit widmet sie den Angehörigen. Viele sind überfordert, wenn ein geliebter Mensch in die letzte Lebensphase eintritt. Aleyha Sarac klärt auf, beruhigt und hört zu. Ihre Motivation hat eine persönliche Seite. „Ich kenne die Sorgen, Ängste und die seelische Belastung schwerstkranker Angehörigen aus nächster Nähe in der eigenen Familie. Das hilft mir, mich in die Menschen hineinzuversetzen”, erzählt sie. Ihrer Meinung nach sprechen Menschen leider zu wenig über Tod und Sterben. Umso wichtiger findet sie es, dass es die Palliativstation gibt.
Aleyhas Familie stammt aus der Türkei, sie selbst ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Dr. Barbara Lubenow, die ärztliche Leiterin der Palliativstation, ist sehr froh, Aleyha im Team zu haben: „Familien mit türkischem Migrationshintergrund können mit Aleyha ohne Sprachbarriere kommunizieren. Das hilft in einer so schwierigen Lebenssituation allen Beteiligten sehr.“
Die Arbeit auf der Palliativstation hat den Blick der jungen Frau auf das Leben verändert. Kleine Alltagsängste, Stress und unwichtige Konflikte haben in Aleyhas Alltag an Gewicht verloren. Auf der Station nimmt sie sich Zeit für echte Gespräche und aktives Zuhören. „Wir versorgen den ganzen Menschen, mit seiner Lebensgeschichte, seinen Angehörigen und seinen Ängsten”, sagt sie. Am meisten bewegt hat es sie, als Angehörige beim Abschied ihre Hand nahmen und sagten: „Danke, dass Sie die letzten Tage so würdevoll gestaltet haben.“
Privat ist Aleyha Sarac neugierig und offen für Neues. Sie reist gern, unternimmt viel im Freundeskreis und probiert am liebsten Dinge aus, die sie noch nicht kennt.