Waschen, beim Essen helfen, Patientinnen und Patienten mobilisieren: Sebastian Hendigk packt an, wo er gebraucht wird. Der 34-jährige Herner arbeitet als Pflegeassistent auf der Palliativstation im EvK Herne. Im Früh- und Spätdienst unterstützt er den täglichen Pflegeablauf. Seine Arbeit schenkt schwerkranken Menschen das, was im Alltag zählt: Nähe, Zuwendung und ein Stück Normalität.
Nach seiner Ausbildung arbeitete Sebastian Hendigk zunächst in einer Seniorenresidenz, danach bei einem mobilen Pflegedienst. Doch etwas fehlte ihm. „Das typische Krankenhausleben hat mir gefehlt. Nach einem Probearbeiten auf der Palliativstation war ich mir sicher, dass dieser Bereich zu mir passt“, erzählt er.
Was ihm seine Arbeit gibt? „Es macht mich glücklich, wenn die Patientinnen und Patienten in dieser schweren Zeit Zufriedenheit empfinden. Ihre Dankbarkeit zu spüren und zu erleben, dass Medizin doch noch helfen kann, ist etwas ganz Besonderes“, sagt er. Belastende Erlebnisse trägt Sebastian Hendigk nicht allein. Im Team wird offen gesprochen, denn alle kennen die Situation der Patientinnen und Patienten. Dieser Rückhalt trägt ihn, auch an schweren Tagen.
Kraft tankt Sebastian Hendigk am Wasser. Tauchen, Surfen und Stand-up-Paddling sind seine Hobbys, im Urlaub geht er gern zelten. So kommt er mit frischer Energie zurück zu den jenen, die ihn brauchen. Menschen, die Palliativmedizin noch nicht kennen, möchte er eines mitgeben: „Palliativ heißt kümmern, auch gemeinsam mit den Angehörigen. Und: Eine Palliativstation ist kein Hospiz.“