Porträtserie Folge 8: Jenny, Pflegefachkraft: Frühstück erst später? Kein Problem. Lieber ausschlafen? Na klar!

Seit rund 15 Jahren arbeitet Jennifer, die alle nur als „Jenny“ kennen, in der Palliativpflege. Zuerst in einem ambulanten Pflegedienst, danach mehr als elf Jahre in einem Hospiz. Seit Dezember 2024 gehört die 38-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Dortmund in Vollzeit zum Team der Palliativstation im EvK Herne. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in einer anderen Fachrichtung tätig zu sein“, sagt sie.

Was die Arbeit auf der „Palli“ für Jenny so besonders macht? Sie schätzt vor allem die ruhigere Atmosphäre auf der Station und den engen Kontakt zu den Patientinnen und Patienten. „Hier tun wir das, was wir in der Pflegeschule gelernt haben: Wir nehmen uns Zeit und versorgen jeden Menschen individuell, nicht nach Schema F,“ sagt sie. Frühstück erst später? Kein Problem. Ausschlafen? Na klar!

Die Patientinnen und Patienten danken ihr genau das. Die Schwerstkranken kommen zur Ruhe, sie fühlen sich gut aufgehoben in einer schweren Zeit. Traurig machen Jennifer N. Fragen wie: „Darf ich schellen, wenn es mir nicht gut geht? Muss ich lange warten, bis jemand zu mir kommt?“ Die erfahrene Pflegefachkraft weiß dann, welche Erfahrungen diese Menschen an anderen Orten haben machen müssen.

Natürlich gibt es Momente, die Jennifer besonders tief bewegen. Das sind Momente, wenn Menschen mit ihrer Diagnose hadern, wenn sie Angst haben oder wenn Familien trauern. „Auch ich bin nur ein Mensch. Nur weil ich mitfühle, heißt das nicht, dass es meine Professionalität beeinflusst“, sagt sie. Das multiprofessionelle Team der Station und Jennifers privates Umfeld helfen ihr, nach der Arbeit abzuschalten.

Ausgleich und Entspannung findet sie nach Feierabend bei ihrer Familie, mit ihrem Kind, mit ihrem Partner und mit Freunden. Essen gehen, Schwimmen, Kino – ganz normale Dinge prägen dann ihren Alltag. Und ein gutes Gefühl nach jedem Arbeitstag.